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    Waigolshausen

    Starker Bewuchs hat Regenrückhaltevolumen verringert

    Für einen Anschluss des Neubaugebiets muss das ursprüngliche Volumen des Regenrückhaltebeckens in Waigolshausen wiederhergestellt werden. Den starken Baum- und Schilfbewuchs hat der Bauhof bereits entfernt. Jetzt muss noch ein Bagger anrücken.
    Für einen Anschluss des Neubaugebiets muss das ursprüngliche Volumen des Regenrückhaltebeckens in Waigolshausen wiederhergestellt werden. Den starken Baum- und Schilfbewuchs hat der Bauhof bereits entfernt. Jetzt muss noch ein Bagger anrücken. Foto: Gerald Gerstner

    Noch im April hatte der "alte" Gemeinderat den Bebauungsplan "Obere Honigleite" in Waigolshausen mit dem Satzungsbeschluss zum Abschluss gebracht. Entstehen sollen in dem Baugebiet am nördlichen Ortsrand 29 Bauplätze. Parallel dazu wurde auch der Ausbau der Straße Nordring beschlossen. Sie wird verbreitert und bekommt einen einseitigen Gehsteig.

    Für den weiteren Fortgang hatte das neue Gremium bei der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Dazu erläuterte Alexander Bär von der Planungsschmiede Braun den zehn neuen Gemeinderäten zunächst den Planungsstand und die Ausführung. Seine Kostenschätzung für die Erschließung des Baugebietes beläuft sich inklusive Ingenieurskosten auf 2,3 Millionen Euro. Beim Nordring sind Baukosten von rund 600 000 Euro veranschlagt, für die es voraussichtlich 50 Prozent Zuschuss gibt.

    Austausch von Hausanschlüssen

    Geplant ist, das Schmutzwasser aus dem Baugebiet über den vorhandenen Mischwasserkanal abzuleiten. Größer dimensioniert werden müssen dazu nur drei Kanalhaltungen am Ende der Straße Nordring, da sie schon jetzt überlastet und teilweise schadhaft sind, erläuterte Bär. Der Rat sprach sich einstimmig für die auf 15 000 Euro veranschlagte Erneuerung aus. Außerdem werden im Zuge des Straßenausbaus einige Hausanschlüsse im Nordring ausgetauscht, was 10 000 Euro kostet. Weitere Kanalschäden sollen zeitlich versetzt erst in einigen Jahren im Inlinerverfahren behoben werden.

    Getrenntes Kanalsystem

    Das Regenwasser aus dem Baugebiet wird – erstmals in der Gemeinde - getrennt vom Schmutzwasser abgeleitet. Dafür wird in Verbindung mit der Straßenerneuerung beim Nordring ein Regenwasserkanal zum vorhandenen Regenrückhaltebecken (RRB) bei der Kläranlage gebaut. Zur Sprache kam, dass für den Anschluss das Volumen des circa 5400 Kubikmeter großen und in Erdbauweise errichteten RRB im aktuellen Zustand nicht ganz ausreicht. Wasserrechtlich werden deshalb eine Wiederherstellung und ein Nachweis des ursprünglichen Rückhaltevolumens gefordert, sagte Bürgermeister Christian Zeißner.

    Erreicht werden soll dies laut Bär durch steilere Böschungen und eine Tieferlegung der Beckensohle um circa zehn Zentimeter. Verbunden ist das mit der Entfernung des starken Baum- und Schilfbewuchs, der zusammen mit der abgelagerten Biomasse seit der Inbetriebnahme 2006 das Beckenvolumen reduziert habe, erklärte Bär.

    Sumpfiger Untergrund

    Vier Bauhofmitarbeiter waren bereits eine Woche lang damit beschäftigt, Bäume und Büsche zu roden und das Material mit Winden aus dem Becken zu ziehen. Die Kosten für das Abgraben sowie das Entfernen der Wurzelstöcke durch eine Firma bezifferte Bär auf circa 90 000 Euro. Kosten verursache dabei möglicherweise auch die Befestigung des sumpfigen Untergrunds mit großen Steinen, um die Arbeit mit einem Bagger überhaupt zu ermöglichen.

    Zur Diskussion stellte der Bürgermeister deshalb den dauerhaften Einbau von Fahrwegen für künftige Instandhaltungsarbeiten. Eine Schotter-Variante belief sich inklusive der notwendigen Beckenvergrößerung auf 200 000 Euro, eine Variante mit Natursteinen auf 670 000 Euro, was der Bürgermeister "vollkommen utopisch" nannte. Eine von Bär vorgeschlagene Aufschotterung für circa 50 000 Euro beinhaltete aus Sicht des Rates zu viele Unwägbarkeiten. Zugrunde lag nämlich die Annahme, dass die ausgrabende Firma ihre Stein-Befestigung nach Arbeitsende nicht wieder aus dem Becken entfernt und diese für Wegbefestigungen verwendet werden könnten.

    Hohe Kosten

    Bisher hieß es immer, der Bauhof könne das Becken nicht von Bewuchs freihalten, sagte Wolfgang Strobel. Als es jetzt sein musste, sei es doch gegangen. Auch wenn es keine schöne Arbeit sei, wie Strobel einräumte, hielt das Gremium künftig eine Pflege durch den Bauhof in einem mehrjährigen Turnus für machbar. Letztlich sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, die Wiederherstellung des Regenrückhaltebeckens "mit dem wirtschaftlichsten Aufwand" umzusetzen, also keine Fahrwege zu befestigen. Die Kosten dafür seien angesichts der anstehenden Vorhaben einfach zu hoch, war die verbreitete Meinung.

    Zur Diskussion stellte Bürgermeister Zeißner auch den Ausbau eines landwirtschaftlichen Grünweges auf 150 Meter Länge als direkte Anbindung des Baugebietes an den Radweg nach Werneck. Die Kosten eines asphaltierten Geh- und Radwegs bezifferte Bär auf rund 50 000 Euro, eine Schotterung käme 5000 Euro günstiger.

    Keine Radweg-Anbindung

    Gesehen wurde vom Gremium zwar die vom Bürgermeister hervorgehobene Attraktivität einer solchen Verbindung. Befürchtung war aber, dass trotz möglicher Verbotsschilder dies auch motorisierten Abkürzungsverkehr nach sich zieht. Dies durch eingebaute Poller oder eine Reduzierung der Ausbaubreite zu unterbinden, wurde verworfen, weil der Weg für die landwirtschaftliche Nutzung zugänglich bleiben muss. Letztlich sprach sich der Rat einstimmig gegen den Wegausbau aus. Zumindest bei Trockenheit könnten Fußgänger und Radfahrer auch den Erdweg nutzen, meinte Wolfgang Strobel.

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