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    Würzburg / Münnerstadt

    Wie Familie Bader mit ihrem behinderten Sohn in Kontakt bleibt

    Die Besuche in der Einrichtung Maria Bildhausen sind aktuell nur eingeschränkt erlaubt. Das Ehepaar Bader aus Würzburg kann ihren Sohn nun trotzdem sehen. Wie das geht?
    Christine und Jürgen Bader während einer Videokonferenz mit ihrem Sohn Jörg und Betreuerin Maria Ilg-Geßner.
    Christine und Jürgen Bader während einer Videokonferenz mit ihrem Sohn Jörg und Betreuerin Maria Ilg-Geßner. Foto: Jürgen Bader

    Das Kloster Maria Bildhausen in Münnerstadt nimmt seit 1929 Menschen mit Behinderung auf. 1983 wurde das Wohnangebot durch eine anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen mit einer Vielzahl von Arbeitsmöglichkeiten ergänzt. Auch das Ehepaar Jürgen und Christine Bader aus Würzburg weiß "nach jahrelanger häuslicher Betreuung ihren Sohn Jörg dort glücklich aufgehoben".

    Ihr Sohn ist bereits seit seiner Geburt körperlich und geistig behindert. Bis zu seinem 38. Lebensjahr lebte er noch bei bei seinen Eltern. Im Rentenalter haben sie ihn dann in die geschulten Hände des Pflegepersonals gegeben. 

    Die Corona-Pandemie stellte für die behinderten Bewohner und deren Angehörige ein große Herausforderung dar. Ungefähr acht Wochen durften sie sich nicht sehen und auch jetzt sind Besuche nur mit Einschränkungen erlaubt. Die Leitung der Einrichtung hat deswegen Videokonferenzen zwischen den Familienmitgliedern organisiert und ihnen so die Möglichkeit gegeben, sich zumindest virtuell auszutauschen.   

    Video

    Es wird gesungen und Mundharmonika gespielt

    Normalerweise besuchen Christine und Jürgen Bader ihren 48-jährigen Sohn Jörg jeden Sonntag für mehrere Stunden. "Die Besuche waren für uns immer selbstverständlich, aber in der aktuellen Situation verstehen wir auch, dass sie ein Risiko darstellen", sagt Christine Bader. Mittlerweile dürften sie zwar auch wieder zu Besuchen kommen, aber das natürlich nur unter besonderen Schutzmaßnahmen. "Für Jörg wäre es dann auch schwer verständlich, warum wir uns nicht näher kommen dürfen", merkt sie an.

    "Die Besuche waren für uns immer selbstverständlich, aber in der aktuellen Situation verstehen wir auch, dass Besuche ein Risiko darstellen."
    Christine Bader

    Trotzdem seien sie fürsorgliche Eltern und möchten ihren Sohn sehen. "Deswegen sind wir sehr dankbar dafür, dass seit Ostern die Möglichkeit besteht, mit ihm zu skypen", freuen sich beide. Durch die Video-Telefonate können sie ihren Sohn zweimal in der Woche sehen. Es sei immer eine Pflegerin dabei. Jürgen spiele oft Mundharmonika und sie würden gemeinsam singen, erzählen die Eltern. "Wir führen aber auch verschiedenste Gespräche - soweit Jörg das versteht, er ist ja doch sehr eingeschränkt sowohl körperlich als auch geistig. In den Einrichtungen hat er aber auch viel gelernt und so schaffen wir eine wirklich schöne Kommunikation."

    Ihr Sohn käme mit den Video-Telefonaten gut zurecht und wirke stets glücklich. "Für Jörg sind die Skype-Anrufe toll. Er kommt sich wichtig vor und meint, er seit jetzt im Fernsehen, erzählt seine Mutter. Und wenn ihr Sohn mal nicht so gut drauf sei, wird eben nicht telefoniert. 

    Christine und Jürgen Bader sind über die Möglichkeit der Videokonferenz. So können sie mit ihrem Sohn in Kontakt bleiben.
    Christine und Jürgen Bader sind über die Möglichkeit der Videokonferenz. So können sie mit ihrem Sohn in Kontakt bleiben. Foto: Jürgen Bader

    Anerkennung für das bemühte Pflegepersonal

    Auch die Betreuer bemühen sich sehr, die Situation zu überbrücken. Für ihre konstante Zuwendung auch während der Quarantäne verdienen sie Anerkennung, meint Jürgen Bader. "Das ist für uns ein Segen und wir stehen völlig hinter den Maßnahmen. Wir wollen natürlich nicht, dass unser Kind gefährdet wird."

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