• aktualisiert:

    Handball: 2. Bundesliga

    Die Wölfe zeigen in Hamburg ein harmloses Gesicht

    Die Rimparer Zweitliga-Handballer gehen in der Hansestadt mit 18:28 baden. Ceven Klatt geht mit seiner Mannschaft hart ins Gericht.
    Rimpars Steffen Kaufmann setzt sich gegen Hamburgs Jonas Gertges durch. Foto: Fishing4

    HSV Hamburg – DJK Rimpar Wölfe 28:18 (12:6)

    Bei Rimpars Zweitliga-Handballern läuft aktuell nicht viel zusammen. Die Wölfe unterlagen am Sonntagabend beim HSV Hamburg vor fast 3000 Zuschauern auch in der Höhe verdient mit 18:28 (6:12). Es war bereits die fünfte Pleite aus den letzten sechs Partien. Dadurch sind sie in der Tabelle auf den elften Platz hinter dem spielfreien EHV Aue zurückgefallen.

    "Das war unsere schlechteste Saisonleistung", sagte DJK-Trainer Ceven Klatt. Die schwierige personelle Situation wollte der 36-Jährige nicht als Ausrede gelten lassen. "Wir haben heute all die Attribute vermissen lassen, die uns sonst auszeichnen. So kurz nach dem Spiel kann ich mir das nicht erklären. Denn die Vorbereitung war nahezu perfekt."

    "Wir haben heute all die Attribute vermissen lassen, die uns sonst auszeichnen."
    Ceven Klatt, Trainer der DJK Rimpar Wölfe

    Neben Abwehr-Ass Philipp Meyer und Rückraumwerfer Lukas Siegler konnte allerdings auch Rechtsaußen Julian Sauer (Zahn-OP) nicht mitwirken. Spielmacher Benjamin Herth war wegen einer Armverletzung nur "eine Passstation" (O-Ton Klatt), weshalb den Rimparern nur neun fitte Feldspieler zur Verfügung standen. Die Hamburger waren ebenfalls stark ersatzgeschwächt. Sie haben jedoch einen breiteren Kader als die Wölfe.

    Auf der HSVH-Webseite war als Spieldatum für das Heimspiel gegen die Rimparer der 24. Dezember angegeben. Auf dem Feld taten die Hansestädter exakt einen Monat vor dem Fest den Unterfranken nicht den Gefallen, ihnen ein Weihnachtsgeschenk auszuhändigen. Im Gegenteil: Sie entschieden die Partie im Prinzip schon in der Viertelstunde vor der Pause. Da zogen sie von 5:4 auf 12:5 davon – ein 7:1-Torelauf.

    Rückraum an Harmlosigkeit kaum zu überbieten

    Bei den Gästen wollte im Angriff überhaupt nichts zusammenlaufen. Der Rückraum war an Harmlosigkeit kaum zu überbieten, wobei die Hamburger auch gekonnt verschoben und verteidigten. Das, was dann doch mal durchkam, war die Beute des isländischen Nationaltorwarts Aron Edvardsson, der sich aus seinem kleinen Tal herausparierte. Zumindest von der Siebenmeterlinie schafften die Wölfe im ersten Durchgang eine hundertprozentige Trefferquote. Dominik Schömig verwandelte beide Versuche souverän. Im zweiten Abschnitt scheiterte der Linksaußen zwar zweimal von der Linie am eingewechselten Marcel Kokoszka, verwandelte aber jeweils den Nachwurf.

    Kurzzeitig dürfte bei den Rimparern nach dem Seitenwechsel noch einmal Hoffnung aufgekeimt sein. Mit drei Treffern in Folge von Benedikt Brielmeier verkürzten die Wölfe auf 9:13. Doch in der Folge zogen die heimstarken Hamburger mit ihrem Tempospiel Tor um Tor davon. Die Gäste versuchten es noch einmal mit dem siebten Feldspieler. Dadurch kam das Team von Ex-Nationalspieler Torsten Jansen jedoch zu zwei "Empty Goals" - Würfe in den verwaisten Kasten - binnen 30 Sekunden zum 18:10.

    Danach war es "ein besseres Trainingsspiel", wie sich Hamburgs Tobias Schimmelbauer auf Sportdeutschland.tv ausdrückte. Der aktuell verletzte HSVH-Linksaußen kam im Sommer vom Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart in den hohen Norden. Für Schimmelbauer war die Hamburger Defensive der Schlüssel zum Erfolg. Denn dadurch konnte der Champions-League-Sieger von 2013 immer wieder in den Gegenstoß ziehen. Dort zeigten vor allem die HSVH-Außen Thies Bergemann (fünf Treffer) und Jonas Gertges (vier) ihre Qualitäten.  

    "Wir waren vom Anfang bis zum Ende chancenlos", stellte Klatt fest und fand deutliche Worte. Von seinem Rundumschlag nahm er nur Schömig und die beiden Schlussmänner Max Brustmann und Andreas Wieser aus, die "einem leid tun konnten, weil sie von ihren Vorderleuten im Stich gelassen worden sind." Der DJK-Trainer kündigte für diese Woche das eine oder andere Gespräch an.

    Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt jedoch nicht. Denn bereits an diesem Donnerstagabend kommt der kriselnde VfL Lübeck-Schwartau nach Würzburg. Anwurf ist um 19 Uhr. "Das einzige Positive ist heute", fand Klatt: "dass wir den Auftritt direkt wieder gut machen und vor unserem Heimpublikum ein anderes Gesicht zeigen können."

    Die Statistik des Spiels

    Hamburg: Edvardsson 1, Kokoska – Fick, Lackovic, Tissier 1, Weller 6/3, Ossenkopp 5, Gertges 4, Fuchs, Bauer 4, Forstbauer 1, Bergemann 5, Kleineidam 1.

    Rimpar: Brustmann (1.-46.), Wieser (47.-60.) – Schömig 6/3, Böhm, Karle, Gempp, Schmidt 2, Kaufmann 2, Siegler (n.e.), Meyer (n.e.), Schulz 3, Backs, Brielmeier 5, Herth.

    Spielfilm: 2:2 (5.), 5:2 (13.), 5:4 (17.), 8:4 (21.), 10:5 (26.), 12:6 (Halbzeit), 13:9 (33.), 15:10 (40.), 18:10 (41.), 22:14 (51.), 27:16 (57.), 28:18 (Endstand).

    Siebenmeter: 3/3 : 3/5.

    Zeitstrafen: 2:3. 

    Schiedsrichter: Frederic Linker/Sascha Schmidt (Recklinghausen/Bochum).

    Zuschauer: 2981.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!