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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Rimparer Wölfe: Haue für Aue - oder Haue von Aue?

    Gegen die Zweitliga-Mannschaft der Stunde will das Klatt-Team nach sieben Spielen ohne Sieg einen erfolgreichen Jahresendspurt einläuten. Davor werden Erinnerungen wach.
    Jubel nach dem erlösenden Schlusspfiff: Michael Schulz (links) und die Rimparer Wölfe feierten im Mai dieses Jahres einen Punktgewinn beim 26:26 gegen den EHV Aue (von links Jan Faith, Bengt Bornhorn) nach einer Aufholjagd. Daran denken die Unterfranken vor dem anstehenden Freitagsduell gerne zurück.  Foto: Meike Scheuring

    2. Bundesliga, Männer
    DJK Rimpar Wölfe - EHV Aue
    (Freitag, 20 Uhr, s.Oliver Arena)

    Mit dem seichten Reim ließe sich wahrscheinlich Woche für Woche ein Phrasenschwein mästen. Doch irgendwie passt er eben in die Sportsprache, auch zur aktuellen Situation in der zweiten Handball-Bundesliga. Haue für Aue - oder Haue von Aue. Auf die Frage, was von beidem sein Team am Freitagabend im Mittelfeldduell erwarte, antwortet Ceven Klatt erst mal mit einem Lachen. Dann sagt der Trainer der DJK Rimpar Wölfe (11./14:14) voller Überzeugung: "beides."

    Den EHV Aue (9./15:13) nennt der 36-Jährige zurecht die "Mannschaft der Stunde". Zuletzt setzten die Sachsen, bei denen der langjährige Coach Stephan Swat seinen Job in dieser Saison hauptberuflich ausübt, mit einem 34:28-Erfolg über den Tabellenzweiten TuSEM Essen ein Ausrufezeichen. Seit drei Spielen sind sie ungeschlagen, in den vergangenen sieben kassierten sie nur eine Niederlage. Genau gegenteilig lief's bei den Unterfranken, die im selben Zeitraum nur einen Sieg verbuchten.

    Drei Heimspiele und das Frankenderby

    Nach dem 18:18 am vergangenen Donnerstag gegen den VfL Lübeck-Schwartau hatten die Wölfe zunächst dem mit dem letzten Siebenmeter verlorenen zweiten Zähler nachgetrauert - nach dem sie in der Schlussminute jedoch überhaupt erst gegriffen hatten, als sie erstmals in Führung gegangen waren. Am Freitagabend bei ihrer Weihnachtsfeier im Würzburger Unicafé und später im "Studio" schoben sie schon nicht mehr den Novemberblues. Und nach dem freien Wochenende waren sich am Montag alle einig, das Unentschieden doch als gerecht zu empfinden. 

    Vor dem Jahresendspurt mit drei verbleibenden Heimspielen und dem Frankenderby beim HSC 2000 Coburg (14. Dezember) rufen sich die Rimparer dieser Tage gerne zwei Begebenheiten aus der zurückliegenden Runde in Erinnerungd. Den Dezember 2018, als sie nach verkorkstem Start eine Serie von jahresübergreifend elf Siegen in zwölf Spielen starteten. Und das letzte Aufeinandertreffen mit Aue in der s.Oliver Arena im Mai - es war die spektakulärste Aufholjagd der Saison. Damals lagen die Gastgeber früh mit 2:9 hinten. In ihrem abschließenden Angriff erzielte Kreisläufer Michael Schulz den Treffer zum 26:26-Ausgleich, den Torwart Andreas Wieser mit einer finalen Parade festhielt.

    Ceven Klatt erwartet hartes Duell

    Für die Gäste war es der letzte noch nötige Punkt, um den Klassenerhalt vorzeitig einzutüten. Im Sommer beendete mit dem langjährigen Kapitän Eric Meinhardt der zum "Spieler der Saison" gewählte Mittelmann seine Profikarriere. Mit Gabriel De Santis und Adrian Kammlodt, Toptorschütze des EHV, angelte sich der ähnlich finanzschwache Klub wie die DJK zwei gestandene Akteure vom sächsischen Liga-Rivalen HC Elbflorenz. Nach Ansicht von Klatt "funktionieren beide deutlich besser als in Dresden". Doch wie in Rimpar ist auch in Aue die Mannschaft der "Star". 

    Während des Duells im Mai hatten sich beide Teams gegenseitig richtig rangenommen. Eine ähnliche Härte erwartet Klatt diesmal. "Aue agiert sehr aggressiv in der Abwehr, an der Grenze des Erlaubten. Wir dürfen uns davon nicht beeindrucken lassen, sondern müssen uns wehren und mit der gleichen Intensität verteidigen", fordert der Wölfe-Coach, dem erstmals seit etlichen Wochen wieder sein kompletter Kader zur Verfügung stehen wird. Haue für Aue für Haue von Aue sozusagen. "Wenn uns das gelingt, bin ich optimistisch, dass der Dezember ein guter Monat für uns werden kann."  

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